Zauberhafte Blütenküche

„Zauberhafte Blütenküche“

Erhältlich ab Jänner 2013 direkt bei Elisabeth Mayer

Von der Autorin handsigniert!

Hardcover
22,5 x 27,5 cm | 200 Seiten
Eur 29,90 | Chf 39,90
ISBN 978-3-99018-120-1
Von Elisabeth Mayer

Zauberhafte Blütenküche
110 Blüten und ihre kulinarischen Geheimnisse

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Blüten sind wunderschön, kraftvoll und zauberhaft. Sie sind die Krönung jedes Gartens, jedes stimmungsvoll gedeckten Tisches, jeder Festlichkeit. Mit Farbe, Duft, Aroma und Schönheit verzaubern Sie unsere Sinne und entfalten dabei allerlei Wohlschmeckendes und Gesundes: Süßen Nektar, Blütenstaub, Pflanzenfarbstoffe und ein Potpourri an individuellen Pflanzeninhaltsstoffen, Aromen und ätherischen Ölen.

Die Landschaftsökologin Elisabeth Maria Mayer hat Altes wiederentdeckt und Neues kreiert. Mit Ihrer großen Erfahrung in der Blüten- und Kräuterküche stellt sie Blüten aus Wiese, Feld, Gemüsegarten und Hecke, vom Baum und aus dem Gewächshaus, dem Kräuter- und Blumenbeet vor und beschreibt sie in ihrer kulinarischen Bedeutung. Neben köstlichen Rezeptkreationen runden interessante Details zu Heilwirkung, Botanik und Gartengestaltung die Blütenportraits ab.

Das neue Werk der bekannten Fachbuch-Autorin zeigt in ansprechender Gestaltung Portraits von 110 Blütenpflanzen und zahlreiche appetitanregende Rezepte. Darunter finden Sie Blüten-Teemischungen, blütenreiche Hauptspeisen und Salate, Fingerfood, Konfekt und Törtchen sowie blumige Backwaren und Getränke.

Tauchen Sie ein in die bunte Welt der essbaren Blüten, durch die Jahreszeiten und für jeden Geschmack!

Handsignierte Exemplare, auf Wunsch auch mit persönlicher Widmung!

Preis 29,90 zzgl.  Versand 5,-


Salbei, Salvia sp.

„Der Salbeistrauch im Gemüsegarten ist ein Geschenk für den Koch.“

Wer an Salbei denkt, hat meist den herben Duft des silbrigblättrigen Medizinalsalbeis in der Nase und das Bild eines immergrünen Kleinstrauches im Kopf, der mit seinen ätherischen Ölen Aroma schenkt und heilt. Diese Art des Salbeis ist ein im Mittelmeerraum verbreitetes Gewächs, an sonnigen, geschützten Standorten gedeiht er auch bei uns im Hausgarten. Samtig weiche Haare umgeben die Blätter, schon leichte Berührungen entlocken ihnen aromatischen Duft. Sein Name leitet sich aus
dem lateinischen salvare (heilen, retten) ab. Salbei gehört zur großen, immer gut duftenden Familie der Lippenblütler, die mit aromatischen Haaren bewachsen ist. Die bei uns heimischen Arten sind alle eher grünlaubig und weniger blattduftend, die auffälligste unter ihnen ist sicherlich der herrlich blaublütige, jedoch wenig aromatische Wiesensalbei.

Die silbrig-grau behaarten Blätter des Medizinalsalbeis bergen sehr viel Heilkraft und mediterranes Aroma; zarter, subtiler, jedoch nicht minder heil- und würzkräftig sind die blau-violetten Blüten, die den kleinen Strauch im Mai zieren und Unmengen von Insekten anlocken und nähren.

Alte Fachbücher empfehlen, dass im klassischen Kräutergarten drei Pflanzen im Zentrum stehen sollten: Wegerich, Weinraute und Salbei. Diese drei Pflanzen heilen alle heilbaren Gebrechen, so heißt es. Wie gut, dass wir wenigstens noch den Salbei kennen. Ein Tee aus Blatt und Blüte verschafft durch seine desinfizierende Wirkung schnell Linderung bei Halsschmerzen und Entzündungen. Genießer sehen das Mittelmeerkraut natürlich lieber raffiniert zubereitet als „Heilnahrung“ auf dem Teller. Bier aus Muskatellersalbei war einst berühmt für seine berauschende Wirkung.

Für die Ernte von Salbeiblüten sollte das Wetter möglichst sonnig sein, dann ist der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten. Zur Blütenernte nehmen Sie sich viel Zeit und Muße, und zupfen Sie die einzelnen Blüten direkt vom Strauch ab, um Knospen und noch junge Blüten zu schonen.
Das Aroma frischer Salbeiblätter ist im Vergleich zu dem der Blüten eher herb bis bitter. Die Blüten eigenen sich wegen ihres subtileren Aromas sowohl für Süßes als auch für Pikantes. Besonders die Blüten des Wiesensalbeis sind zart-blumige Träger des typischen Salbeiaromas, sodass sich aus ihnen ein ganz bezaubernder Sirup herstellen lässt, ebenso ein lilavioletter Blütenzucker von allerfeinstem Aroma. Der Blütenrückstand aus der Sirup-Herstellung kann ohne weiteres noch mit Essig angesetzt werden, er enthält so viel Aroma, dass daraus ein violetter, hoch aromatischer Würzessig entsteht! Auch in warmer Butter entfalten sich Salbeiaromen sehr gut.

Die Blüten des Muskatellersalbeis sind wegen ihrer ausgeprägten Färbung in weiß-hellgrün mit violettem Rand eine wunderschöne essbare Dekoration, die frisch und roh belassen werden sollte. Palatschinken, mit Blüten des Wiesensalbeis versetzt, sind eines der köstlichsten  Frühsommergerichte.

Topfen-Blütenbrötchen

Für 4 Brötchen:
2 Schalen Cottage-Cheese,
4 EL Sauerrahm,
Kräutersalz, etwas Kren,
4 Handvoll Salbeiblüten,
4 Vollkornbrötchen

Den Cottage-Cheese mit dem Sauerrahm und reichlich Salbeiblüten mischen,
mit Kräutersalz und Kren abschmecken und großzügig in die halbierten Brötchen
streichen. Reichlich mit Salbeiblüten bestreuen und den Deckel aufsetzen.
Servieren Sie die Topfenaufstrich-Salbeiblüten-Brötchen als erfrischende Jause
an heißen Sommertagen.

Überbackene Paprika

12 kleine Paprika,
etwas Butter
Für die Füllung:
6 Eier, 200 ml Obers,
Kräutersalz,
1 Handvoll zarte Brennnesselblättchen,
4 Handvoll Salbeiblüten, einzeln ausgezupft
mit dem grünen Kelch

Die gewaschenen Paprikaschoten der Länge nach durchschneiden und mit zerlassener
Butter innen auspinseln. Eier, Obers, gehackte Brennesselblättchen,
Salz und Salbeiblüten miteinander verquirlen und in die Paprikaschoten gießen.
In einer gebutterten Auflaufform bei 150 °C etwa 15 Minuten backen, bis die
Füllung goldbraun und fest ist. Die fertige Speise noch mit frischen Blüten bestreuen
und heiß oder auch kalt servieren.

Gegrillter Frischkäse im Salbeimantel

2 gut ausgemolkte Frischkäse von
Kuh oder Schaf (von etwa 400 Gramm),
2 Handvoll große Salbeiblätter,
ein Strauß Salbeiblütentriebe

Eines meiner Lieblingsrezepte zum vegetarischen Grillen ist dieser schnell vorbereitete
Gaumenkitzel:
Den Frischkäse, der eher von fester Konsistenz sein sollte, in 1 cm dicke Schnitten
schneiden und in möglichst breite Salbeiblätter wickeln, mit Blütentrieben
feststecken. Die Stückchen nun in eine leicht gefettete Eisenpfanne legen, die
über der heißen Glut erhitzt wurde, und auf beiden Seiten bräunen, damit der
Käse schmilzt. Das Salbeiaroma entfaltet sich auf so außergewöhnlich starke
Weise in dem milchigen Käse, dass man noch lange davon schwärmt. Das Rezept
kann dahingehend abgewandelt werden, dass man die vom Blatt umhüllten
Käsestückchen noch in Backteig taucht und frittiert.

 


Passionsblume

Passiflora caerulea

Die Indianer nutzten teilweise ihre heilende oder berauschende Wirkung. Die Blätter der
Passiflora incarnata werden bei nervöser Unruhe, Anspannung, Reizbarkeit oder Angstzuständen
und damit zusammenhängenden Schlafstörungen, Rückenschmerzen, Verspannungen oder Herz- sowie Magen-Darmbeschwerden eingesetzt, ferner auch bei depressiver Verstimmung, Hysterie oder Asthma. Die Blätter und die Stängel können sowohl frisch als auch getrocknet für Tee verwendet werden und sind mit Baldrian, Johanniskraut, Hopfen, Melisse oder Weißdorn mischbar.
Die Blüten verwende ich ausschließlich frisch, einige Blätter trockne ich jedoch immer für
die Hausapotheke und meine Teemischungen. Die Früchte der Blauen Passionsblume
(Passiflora caerulea) sind im Geschmack eher ungenießbar, daher verwende ich nur die
Blüten als essbare Dekoration und aromatisiere Crèmes und Fruchtzubereitungen mit gekauftem
Maracujasaft. Dadurch ergeben sich echte Hingucker, die außerordentlich exotisch
anmuten und fein-fruchtig schmecken.

Blühende Sommertorte
Für den Biskuit: 5 Eier, 200 g Zucker, 150 g Mehl, 1/2 Päckchen Backpulver
Zum Bestreichen: Löwenzahnhonig oder Orangenmarmelade passen sehr gut zum
Maracujaaroma, Sie können aber auch anderes wählen.
Für die Crème: 250 g Topfen, 250 ml Obers, 200 ml Maracujasaft, 10 Blatt Gelatine,
150 g Zucker, 2 Handvoll Blütenblätter von Ringelblume, Löwenzahn und/oder
Sonnenblume
Für den Guss: 250 ml Maracujasaft, 4 Blatt Gelatine, 1 Handvoll Passionsblumenblüten
Für das Biskuit Eidotter und Zucker schaumig schlagen, das Mehl einrühren und den
Eischnee unterheben. In einer Springform bei 180 °C ca. 40 Minuten goldbraun backen,
auskühlen lassen, halbieren, die untere Hälfte mit Marmelade bestreichen und wieder
zusammensetzen.
Für die Crème: Zucker, den Großteil des Maracujasaftes und Topfen mixen und mit der
zuvor in etwas Maracujasaft eingeweichten und aufgelösten Gelatine schnell vermischen.
Das steife Schlagobers und die Blütenblättchen unterheben. Den Tortenring der Springform
um den Tortenboden spannen, die Crème einfüllen und die Torte kühlen.
Für den Guss die zuvor eingeweichte Gelatine im erwärmten Saft auflösen, die Blüten auf
der Torte verteilen und mit dem Guss überziehen. Vor dem Servieren die Torte gut kühlen.

Passiflora-Arten sind krautige oder verholzende Pflanzen, meist wachsen sie als Kletterpflanzen, selten als aufrechte Sträucher oder Bäume. Ihr auffallendstes Merkmal sind die schönen, radiärsymmetrischen Blüten, die von weniger als einem bis zu 18 Zentimeter Durchmesser messen können. Die meisten der über 530 Passiflora-Arten stammen aus Süd- und Mittelamerika und erscheinen in vielfältigen Farben und Formen. Christliche Einwanderer erkannten in den Blüten der Passiflora incarnata Symbole der Passion Christi. Dabei symbolisieren die zehn Blütenblätter die Apostel ohne Judas und Petrus, die Nebenkrone die Dornenkrone, die fünf Staubblätter die Wunden und die drei Griffel die Kreuznägel.
Die Sprossranken sollen die Geißeln symbolisieren. Als Topf- und Zimmerpflanze am bekanntesten ist die Blaue Passionsblume (P. caerulea), als Nutzpflanzen vor allem P. edulis, P. quadrangularis und P. ligularis, welche die bekannten Früchte Maracuja bzw. Grenadilla hervorbringen.

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